Stichpunkte
1. Die Andacht zu 4.Mo 6,22-27
Der Herr redete mit Mose und sprach: Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet: Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.
(4.Mo 6,22-27)
- Der aaronitische Segen -
1. Der Herr, segnet durch sein Wort
2. Der Herr, segnet durch seinen Namen
3. Der Herr, segnet trinitarisch
4. Der Herr, segnet und das mündet in den Shalom/Frieden
Exkurs: Der Segen Gottes schenkt dreifach (trinitarisch) Gutes
1. Der Segen Gottes schenkt Behütung im bedrohten Bereich des persönlichen Lebens:
- Der Herr segne dich und behüte dich! (4.Mo 6,24)
2. Der Segen Gottes schenkt Gnade im Bereich des persönlichen Glaubens:
- Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig! (4.Mo 6,25)
3. Der Segen Gottes schenkt Frieden im Bereich meiner Mitmenschen aber auch mit Gott selber:
- Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden! (4.Mo 6,26)
2. Über den Segen des Herrn
- Das hebr. Wort im AT für segnen lautet barach und das gr. Wort für segnen lautet eulogein. Interessanterweise bedeuten beide Worte aber zugleich auch danken und loben. Daran wird auch sprachwissenschaftlich die Kraft und das Ergebnis des Segen Gottes deutlich. Er führt immer zum Lob und Dank des Menschen. Wer wirklichen Frieden (hebr. shalom) gefunden hat, der ist dankbar.
- Das deutsche Wort segnen kommt vom lateinischen signare her was soviel wie „das Zeichen (des Kreuzes) schlagen“ heißt. Beim Segnen stellen wir heute die Menschen unter die Kraft und das Heil des Kreuzes. Das Kreuz macht Frieden zwischen Gott und den sündigen Menschen.
- Elementar beim Segnen ist dabei allein das Zusprechen des Segens des dreieinigen Gottes, weil Gott sich eben in seinem Wort offenbart und durch dieses Wort wirkt. Das Handauflegen oder das Schlagen Kreuzzeichen sind nicht konstitutiv, jedoch hilfreich und als Symbole unterstützend, aber nicht in irgendeiner magischen Form.
- Der Segen Gottes für den Menschen bedeutet Frieden: Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden! (4.Mo 6,26)
3. Das Priestertum im Alten Bund
- Das hebr. Wort für Priester lautet kohen und bedeutet von seiner ursprünglichen Bedeutung vermutlich soviel wie „stehen“ (dienend vor Gott stehen)
- Die Priester im Alten Bund waren direkte Nachfahren des Aaron, des Bruders Mose. Aaron wurde mit seinen Söhnen Nadab, Abihu, Eleasar und Itamar am Sinai zu Priestern geweiht (2.Mo 28,1)
- Neben den geweihten aaronitischen Priestern brachten auch andere besondere Männer Opfer dar (Gideon, Manoach, Samuel, Elia)
- Priester durften keinen körperlichen Mangel oder Gebrechen haben (3.Mo 21,17-24); sie unterlagen strengeren Reinheitsvorschriften als das gewöhnliche Volk; sie lebten in 13 Städten der 48 Levitenstädten rund um Jerusalem (Jos 21,4); sie hatten eine spezielle Kleidung zu tragen
- Priester wurden geweiht durch Handauflegung, Salbung und Opfergaben (3.Mo 8,1-36)
- Als Unterhalt stand ihnen ein klar umrissener Anteil der Opfergaben zu (4. Mo 18,8-19) und die Leviten mußten wiederum den Zehnten von ihrem Zehnten den Priestern geben
- Die Aufgabe der Priester war der vermittelnden Opferdienst zwischen Gott und dem Volk im Heiligen des Tempels bzw. im Zelt; sie versorgten die stets brennende Flamme auf dem Brandopferalter und kümmerten sich um die Geräte des Tempels (Leuchter, Schaubrote); sie unterwiesen das Volk im Gesetz und entschieden in Rechtsfragen; zudem beurteilten sie die Fragen der Reinheit; wichtiger Bestandteil ihres Dienstes war die Segnung des Volkes. Zudem bliesen sie bei Beginn eines Krieges die silbernen Trompeten um dem Volk Gott in das Gedächtnis zu rufen.
- Ein besondere Priester war der Hohepriester. Der erste war Aaron und danach ging das Hohepriesteramt jeweils auf den Erstgeborenen über (Eleasar, Pinhas, Eli). Unter Eli gab es einen Wechsel auf die Linie Itamars, was unter David (Abjatar; Zadok) korrigiert wird. Der Hohepriester hatte wiederum eine besondere Tracht und war ebenfalls besondere kultischer Reinheit unterworfen (3.Mo 21,10-15). Er durfte als einziger einmal im Jahr das Allerheiligste des Tempels betreten; ihm unterstand der gesamte Tempeldienst und er bediente das Los (Urim und Tummim - Licht und Recht). Unter den Hasmonäern wurde seine Stellung, wegen Fehlens eines Königs, auch mit weltlicher Autorität belegt
4. Der Text: 3. Mo 10,1-11
1Und Aarons Söhne Nadab und Abihu nahmen ein jeder seine Pfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten so ein fremdes Feuer vor den Herrn, das er ihnen nicht geboten hatte. 2Da fuhr ein Feuer aus von dem Herrn und verzehrte sie, dass sie starben vor dem Herrn. 3Da sprach Mose zu Aaron: Das ist's, was der Herrn gesagt hat: Ich erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind, und vor allem Volk erweise ich mich herrlich. Und Aaron schwieg. 4Mose aber rief Mischaël und Elizafan, die Söhne Usiëls, des Oheims Aarons, und sprach zu ihnen: Tretet hinzu und tragt eure Brüder von dem Heiligtum hinaus vor das Lager. 5Und sie traten hinzu und trugen sie hinaus mit ihren leinenen Gewändern vor das Lager, wie Mose gesagt hatte. 6Da sprach Mose zu Aaron und seinen Söhnen Eleasar und Itamar: Ihr sollt euer Haupthaar nicht wirr hängen lassen und eure Kleider nicht zerreißen, dass ihr nicht sterbt und der Zorn über die ganze Gemeinde komme. Lasst aber eure Brüder, das ganze Haus Israel, weinen über diesen Brand, den der Herr angerichtet hat. 7Ihr sollt auch nicht hinweggehen von der Tür der Stiftshütte, ihr würdet sonst sterben; denn das Salböl des Herrn ist auf euch. Und sie taten, wie Mose sagte. (3.Mo 10,1-7)
5. Die Auslegung von 3.Mo 10,1-7
Theologisch Fakten über die Ursache des Gottesurteils
1. Die Opposition gegenüber dem Vater
2. Die Opposition gegenüber dem Amt
3. Die Opposition gegen Gottes Wort
Theologische Mutmaßungen: Überlegungen zum fremden Feuer
1. Mit dem fremden Feuer ist die Verehrung fremder Götter gemeint
2. Mit dem fremden Feuer ist die Fremdheit des opfernden Priesters gemeint
3. Mit dem fremden Feuer ist der falsche Opferkult (Ritus) gemeint
Die Aufarbeitung des Vergehens der Priester
1. Der Tod Nadabs und Abihu
2. Das Trauerverbot Aarons
3. Das Beweinen des ganzen Volkes
1Und Aarons Söhne Nadab und Abihu nahmen ein jeder seine Pfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten so ein fremdes Feuer vor den HERRN, das er ihnen nicht geboten hatte. 2Da fuhr ein Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, dass sie starben vor dem HERRN. 3Da sprach Mose zu Aaron: Das ist’s, was der HERR gesagt hat: Ich erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind, und vor allem Volk erweise ich mich herrlich. Und Aaron schwieg. 4Mose aber rief Mischaël und Elizafan, die Söhne Usiëls, des Oheims Aarons, und sprach zu ihnen: Tretet hinzu und tragt eure Brüder von dem Heiligtum hinaus vor das Lager. 5Und sie traten hinzu und trugen sie hinaus mit ihren leinenen Gewändern vor das Lager, wie Mose gesagt hatte. 6Da sprach Mose zu Aaron und seinen Söhnen Eleasar und Itamar: Ihr sollt euer Haupthaar nicht wirr hängen lassen und eure Kleider nicht zerreißen, dass ihr nicht sterbt und der Zorn über die ganze Gemeinde komme. Lasst aber eure Brüder, das ganze Haus Israel, weinen über diesen Brand, den der HERR angerichtet hat. 7Ihr sollt auch nicht hinweggehen von der Tür der Stiftshütte, ihr würdet sonst sterben; denn das Salböl des HERRN ist auf euch. Und sie taten, wie Mose sagte. 8Der HERR aber redete mit Aaron und sprach: 9Du und deine Söhne, ihr sollt weder Wein noch starke Getränke trinken, wenn ihr in die Stiftshütte geht, damit ihr nicht sterbt. Das sei eine ewige Ordnung für alle eure Nachkommen. 10Ihr sollt unterscheiden, was heilig und unheilig, was unrein und rein ist, 11und Israel lehren alle Ordnungen, die der HERR ihnen durch Mose verkündet hat.